Lehrerausbildung: Neues Kerncurriculum Die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer im neuen 18-monatigen Vorbereitungsdienst gemäß OVP vom 10. April 2011 sowie der Lehrkräfte in berufsbegleitender Ausbildung gemäß OBAS vom 10. April 2011 in den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und in den Schulen erfolgt auf den Grundlage eines neuen kompetenzorientierten Kerncurriculums. |
Zu BASS 20 – 03 Nr. 21
Festsetzung eines Kerncurriculums
für die Lehrerausbildung im Vorbereitungsdienst
RdErl. des Ministeriums für Schule und Weiterbildung
v. 21. 10. 2011 – 423-1.07.06.02-97810
Für die Ausbildung von Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern im 18-monatigen Vorbereitungsdienst und die Lehrkräfte in berufsbegleitender Ausbildung an den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungschulen wird gemäß § 1 der Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Staatsprüfung für Lehrämter an Schulen vom 10. April 2011 (BASS 20 – 03 Nr. 11) ein Kerncurriculum festgesetzt.
Die Rahmenvorgabe für den Vorbereitungsdienst in Studienseminar und Schule vom 1. 7. 2004 (BASS 20 – 03 Nr. 21) wird aufgehoben. Sie gilt auslaufend für Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter, die sich bereits am 31. Juli 2011 im Vorbereitungsdienst befunden haben.
Anlage
Kerncurriculum
für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst
für Lehrämter
in den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung
und in den Ausbildungsschulen
Das vorliegende Kerncurriculum für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst in den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und in den Ausbildungsschulen orientiert sich am Berufsbild der Lehrerinnen und Lehrer, wie es in den Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16. 12. 2004) zusammengefasst dargestellt ist. Dieses Leitbild geht zurück auf die gemeinsame Erklärung des Präsidenten der Kultusministerkonferenz und der Vorsitzenden der Lehrerverbände vom 5. Oktober 2000:
Leitbild für Lehrerinnen und Lehrer
1. Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lehren und Lernen. Ihre Kernaufgabe ist die gezielte und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltete Planung, Organisation und Reflexion von Lehr- und Lernprozessen sowie ihre individuelle Bewertung und systemische Evaluation. Die berufliche Qualität von Lehrkräften entscheidet sich an der Qualität ihres Unterrichts.
2. Lehrerinnen und Lehrer sind sich bewusst, dass die Erziehungsaufgabe in der Schule eng mit dem Unterricht und dem Schulleben verknüpft ist. Dies gelingt umso besser, je enger die Zusammenarbeit mit den Eltern gestaltet wird. Beide Seiten müssen sich verständigen und gemeinsam bereit sein, konstruktive Lösungen zu finden, wenn es zu Erziehungsproblemen kommt oder Lernprozesse misslingen.
3. Lehrerinnen und Lehrer üben ihre Beurteilungs- und Beratungsaufgabe im Unterricht und bei der Vergabe von Berechtigungen für Ausbildungs- und Berufswege kompetent, gerecht und verantwortungsbewusst aus. Dafür sind hohe pädagogisch-psychologische und diagnostische Kompetenzen von Lehrkräften erforderlich.
4. Lehrerinnen und Lehrer entwickeln ihre Kompetenzen ständig weiter und nutzen wie in anderen Berufen auch Fort- und Weiterbildungsangebote, um die neuen Entwicklungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse in ihrer beruflichen Tätigkeit zu berücksichtigen. Darüber hinaus sollen Lehrerinnen und Lehrer Kontakte zu außerschulischen Institutionen sowie zur Arbeitswelt generell pflegen.
5. Lehrerinnen und Lehrer beteiligen sich an der Schulentwicklung, an der Gestaltung einer lernförderlichen Schulkultur und eines motivierenden Schulklimas. Hierzu gehört auch die Bereitschaft zur Mitwirkung an internen und externen Evaluationen.
Kerncurriculum Informationen zum Aufbau Der Erziehungs- und Bildungsauftrag von Schule konkretisiert sich in typischen, den Lehrerberuf kennzeichnenden Handlungsfeldern: 1 Unterricht gestalten und Lernprozesse nachhaltig anlegen
2 Den Erziehungsauftrag in Schule und Unterricht wahrnehmen
3 Leistungen herausfordern, erfassen, rückmelden, dokumentieren und beurteilen
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4 Schülerinnen und Schüler und Eltern beraten
5 Vielfalt als Herausforderung annehmen und Chancen nutzten
6 Im System Schule mit allen Beteiligten entwicklungsorientiert zusammenarbeiten.
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In diesen Handlungsfeldern erwerben Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter (LAA) im Vorbereitungsdienst professionelle Handlungskompetenzen und entwickeln diese bis zur Berufsreife. Das neue, verbindliche Kerncurriculum konturiert und strukturiert die Ausbildung im Vorbereitungsdienst. Dabei sind die schulischen Handlungsfelder ausbildungsdidaktisch leitend. Alle Handlungsfelder stehen untereinander in einer engen wechselseitigen Beziehung: sie sind mit jeweils unterschiedlicher Gewichtung in allen schulischen Bildungs- und Erziehungsprozes-sen relevant. Mit dem Begriff Vielfalt sind im Weiteren alle Formen individueller Besonderheiten einbezogen (Behinderung, Geschlecht, kultureller und sozialer Hintergrund, etc.). Damit die LAA diese Kompetenzen erwerben können, verfolgt der reformierte Vorbereitungsdienst einen darauf abgestimmten ganzheitlichen Ansatz: auf die einzelnen Handlungsfelder wird fokussiert, sie werden jedoch nicht isoliert, sondern mit kontinuierlichem Blick auf das Ganze erschlossen. | ||
Handlungs- | Erschließungs- | Inhaltliche |
Den obligatorischen Handlungsfeldern (s. o.) sind praxisrelevante Handlungssituationen zugeordnet. In diesen Handlungssituationen erwerben und vertiefen LAA im Vorbereitungsdienst die Kompetenzen, die sie benötigen, um in ihrem Berufsfeld professionell zu agieren. LAA haben gegenüber Schule und ZfsL den Anspruch, im Bezug auf alle Handlungssituationen ausgebildet zu werden. | Den LAA dienen die Erschließungsfragen zur Orientierung in den Handlungsfeldern und in den Handlungssituationen. Handlungsfelder und Handlungssituationen sind Basis für die Aus-arbeitung praxisbezogener und standortrelevanter Ausbildungsprogramme durch die Ausbilderinnen und Ausbilder an ZfsL und Schule. | Das für den Vorbereitungsdienst in Nordrhein-Westfalen gültige Kerncurriculum ordnet den Handlungsfeldern zentrale Ausbildungsinhalte zu. Diese Ausbildungsinhalte sind zu einem großen Teil bereits Gegenstand der universitären Lehrerausbildung (siehe KMK-Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften für die theoretischen Ausbildungsabschnitte/2004 und Ländergemeinsame inhaltliche Anforderungen für die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken in der Lehrerbildung/2008). Sie werden im Vorbereitungsdienst unter schulpraktischer Perspektive aufgenommen und neu akzentuiert. |
Kompetenzen und Standards Die im Kerncurriculum aufgeführten Kompetenzen und Standards beschreiben die Ziele des Vorbereitungsdienstes in Nordrhein-Westfalen. Vor dem Hintergrund der KMK-Standards für die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften (2004) wurden die für die Ausbildung obligatorischen Handlungsfelder entwickelt und entsprechend Handlungssituationen be-schrieben. | ||
Unterricht gestalten und Lernprozesse | Handlungsfeld 1 | |
Handlungs- | Erschließungs- | Inhaltliche |
Unterricht schülerorientiert planen (die Lehr- und Lernausgangslage ermitteln, Erkenntnisse der Entwicklungs- und Lernpsychologie anwenden) Unterrichtsziele lerngruppenbezogen und fachdidaktisch begründet bestimmen Lerngegenstände für die spezifische Lerngruppe differenziert aufbereiten und Medien begründet einsetzen | Was muss ich im Hinblick auf jede Schülerin/jeden Schüler wissen und können, um individuell fördernden Unterricht planen und angemessen durchführen zu können? Was muss ich im Hinblick auf jede Schülerin/jeden Schüler wissen und können, um individuell fördernden Unterricht planen und angemessen durchführen zu können? | – Pädagogische Diagnostik
– Richtlinien, Kernlehrpläne, Schuleigene Curricula
– Qualitätskriterien von Unterricht/systematische Quali-tätsentwicklung
– Didaktische Begründungen, Kompetenzorientierung, Aufgabenkultur auf verschiedenen Lernniveaus
– Kognitive Lernstrategien
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Motivierende Lernsituationen in heterogenen Lerngruppen schaffen Unterschiedliche Formen der Lerninitiierung und Lernsteuerung binnendifferenziert umsetzen Auswertung von Unterricht im selbstständigen Unterricht, Unterricht unter Anleitung, Unterricht im Team, Gruppenhospitationen. Chancen des Ganztags nutzen und gestalten. | Welche fachlichen und überfachlichen Ziele verfolge ich im Hinblick auf den Kompetenzaufbau meiner Schülerinnen und Schüler? Wie kann ich alle Schülerinnen und Schüler motivieren und befähigen, Zusammenhänge herzustellen und Gelerntes zu nutzen? Wie kann ich die Fähigkeiten zum selbstständigen Arbeiten auf ver-schiedenen Lernniveaus fördern? Was muss ich tun, damit alle Schülerinnen und Schüler Wissen aufbauen, vertiefen und vernetzen können? Wie kann ich die Wirksamkeit meines Unterrichts im Hinblick auf fachliche und/oder erzieherische Ziele überprüfen? Wie kann ich die erweiterten Gestaltungsmöglichkeiten des Ganztags für die Unterstützung des Lernens nutzen? | – Individuelle Förderung
– Barrierefreies Lernen
– Aufbau von Wissen, Können und Haltungen
– Vernetztes Lernen
– Rhythmisierung
– Erweitertes Bildungsverständnis
– Evaluation (Selbst- und Fremdevaluation, onlinebasierte Evaluationsverfahren), Schulisches Evaluationskon-zept
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Kompetenzen und Standards | ||
Kompetenz 1: Lehrerinnen und Lehrer planen Unterricht fach- und sachgerecht und führen ihn sachlich und fachlich korrekt durch. Die Absolventinnen und Absolventen... – verknüpfen fachwissenschaftliche und fachdidaktische Argumente und planen und gestalten Unterricht.
– wählen Inhalte und Methoden, Arbeits- und Kommunikationsformen aus.
– integrieren moderne Informations- und Kommunikationstechnologien didaktisch sinnvoll und reflektieren den eigenen Medieneinsatz.
– überprüfen die Qualität des eigenen Lehrens.
Kompetenz 2: Lehrerinnen und Lehrer unterstützen durch die Gestaltung von Lernsituationen das Lernen von Schülerinnen und Schülern. Sie motivieren Schülerinnen und Schüler und befähigen sie, Zusammenhänge herzustellen und Gelerntes zu nutzen. Die Absolventinnen und Absolventen... – regen unterschiedliche Formen des Lernens an und unterstützen sie.
– gestalten Lehr-Lernprozesse unter Berücksichtigung der Erkenntnisse über den Erwerb von Wissen und Fähigkeiten.
– wecken und stärken bei Schülerinnen und Schülern Lern- und Leistungsbereitschaft.
– führen und begleiten Lerngruppen.
Kompetenz 3: Lehrerinnen und Lehrer fördern die Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern zum selbstbestimmten Lernen und Arbeiten. Die Absolventinnen und Absolventen... – vermitteln und fördern Lern- und Arbeitsstrategien.
– vermitteln den Schülerinnen und Schülern Methoden des selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und kooperativen Lernens und Arbeitens.
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Den Erziehungsauftrag in Schule | Handlungsfeld 2 | |
Handlungs- | Erschließungs- | Inhaltliche |
Unterricht als erziehenden Unterricht langfristig anlegen Lernsituationen in den Lerngruppen orientiert an Werten und Erziehungszielen kontinuier- | Wie konkretisiert sich der Erziehungsauftrag an meiner Schule? Wie erfülle ich den Erziehungsauftrag im Unterricht? | – Rechtliche Vorgaben und dienstliche Pflichten
– Menschenbild, Berufsethos, Rollenübernahme und |
lich individuell lernförderlich gestalten Störungen im systemischen Kontext reflektiert wahrnehmen und darauf eindeutig und angemessen reagieren In Gewalt- und Konfliktsituationen deeskalierend handeln Außerunterrichtliche Situationen erzieherisch wirksam werden lassen (z.B. bei Pausenaufsichten, Klassenfahrten, Schulfesten, Unterrichtsgängen, Hausbesuchen, informellen Gesprächen) Den Erziehungsauftrag und das Erziehungskonzept der Schule vertreten (z.B. auf Elternabenden, Tagen der offenen Tür) Mit außerschulischen Partnern kooperieren (z.B. Jugendhilfe) | Wie kann ich durch mein eigenes Verhalten vorbildhaft wirken? Wie kann ich gestörtem Unterricht wirkungsvoll begegnen? Welche erzieherischen Herausforderungen stellen sich mir außerhalb von Unterricht? Wer unterstützt mich bei meiner Erziehungsarbeit? Welche Vorschriften zur Unfallverhütung und Sicherheitserziehung muss ich kennen und beachten? Wie kann ich Vielfalt erzieherisch nutzen? Wie kann ich die Wirksamkeit erzieherischen Handelns überprüfen? | -klarheit, Vorbildfunktion
– Wertevermittlung – Erziehung zur Toleranz und Demokratie
– Behindertenrechtskonvention VN-BRK
– Schuleigene Vereinbarungen (z.B. Schul- und Hausordnung, Konferenzbeschlüsse, Schulprogramm)
– Classroom-Management
– Soziales Lernen, Mädchen- und Jungenförderung
– Konfliktdiagnose (z.B. Zusammenhang von Störung, Unterrichtsplanung, Lehrerperson und externen Ursachen), Konfliktmanagement
– Unfallverhütung und Sicherheitserziehung
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Kompetenzen und Standards | ||
Kompetenz 4: Lehrerinnen und Lehrer kennen die sozialen und kulturellen Lebensbedingungen von Schülerinnen und Schülern und nehmen im Rahmen der Schule Einfluss auf deren individuelle Entwicklung. Die Absolventinnen und Absolventen... – erkennen Benachteiligungen und realisieren pädagogische Hilfen und Präventionsmaßnahmen.
– unterstützen individuell.
– beachten die kulturelle und soziale Vielfalt in der jeweiligen Lerngruppe.
Kompetenz 5: Lehrerinnen und Lehrer vermitteln Werte und Normen und unterstützen selbstbestimmtes Urteilen und Handeln von Schülerinnen und Schülern. Die Absolventinnen und Absolventen... – reflektieren Werte und Werthaltungen und handeln entsprechend.
– üben mit den Schülerinnen und Schülern eigenverantwortliches Urteilen und Handeln schrittweise ein.
– setzen Formen des konstruktiven Umgangs mit Normkonflikten ein.
Kompetenz 6: Lehrerinnen und Lehrer finden Lösungsansätze für Schwierigkeiten und Konflikte in Schule und Unterricht. Die Absolventinnen und Absolventen... – gestalten soziale Beziehungen und soziale Lernprozesse in Unterricht und Schule.
– erarbeiten mit den Schülerinnen und Schülern Regeln des Umgangs miteinander und setzen sie um.
– wenden im konkreten Fall Strategien und Handlungsformen der Konfliktprävention und -lösung an.
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Leistungen herausfordern, erfassen, | Handlungsfeld 3 | |
Handlungs- | Erschließungs- | Inhaltliche |
Rechtliche Vorgaben und Konferenzbeschlüsse zur Leistungserziehung und -bewertung im Schulalltag umsetzen Diagnostische Verfahren einsetzen, Ergebnisse auswerten und die individuelle Förderplanung sachgerecht gestalten und fort-schreiben
| Was muss ich über die Rechtslage wissen? Mit welchen diagnostischen Verfahren objektiviere ich meine Wahrnehmungen vom Lernerfolg/Lernzuwachs meiner Schülerinnen und Schüler? Wie motiviere und unterstütze ich meine Schülerinnen und Schüler dazu, ihren | – Vorgaben des Schulgesetzes und der Ausbildungs- und Prüfungsordnungen, Lehrpläne und Richtlinien und schuleigene Festlegungen
– Herausfordernder und individualisierender Unterricht
– Wissenschaftlich fundierte diagnostische Verfahren zur |
Leistungen als Resultat vielschichtiger Bedingungsfaktoren verstehen, analysieren und für Lernberatung nutzen. Herausfordernden Unterricht planen und durchführen Schülerinnen, Schüler und Eltern zu Leistungsanforderungen, Beurteilungskriterien zu erbrachten Leistungen und Lernfortschritten beraten Die Kompetenz zur kriteriengeleiteten Selbsteinschätzung der Schülerinnen und Schüler ausbilden Leistungserziehung und -bewertung evaluieren und Ergebnisse zur systematischen Weiterentwicklung des eigenen Unterrichts nutzen | Ressourcen entsprechende Leistungen zu erbringen? Wie stelle ich eine transparente Leistungsbewertung und eine adressatengerechte Leistungsrückmeldung sicher? Welche Rückmeldung geben mir Lernerfolgskontrollen über die Stärken und Schwächen meines Unterrichts und wie nutze ich die Rückmeldung? Welche Faktoren beeinflussen die Leistungen meiner Schülerinnen und Schüler? | Leistungsfeststellung (Lernstand, Lernfortschritte und ggf. Probleme) und zur individuellen Förderung
– Anforderungsmaßstäbe und Kriterien für Leistungsbewertung
– Lernerfolgskontrollen und Feedbackgespräche als Evaluationsinstrumente des eigenen Handelns
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Kompetenzen und Standards | ||
Kompetenz 7: Lehrerinnen und Lehrer diagnostizieren Lernvoraussetzungen und Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern; sie fördern Schülerinnen und Schüler gezielt und beraten Lernende und deren Eltern. Die Absolventinnen und Absolventen... – erkennen Entwicklungsstände, Lernpotentiale, Lernhindernisse und Lernfortschritte.
– erkennen Lernausgangslagen und setzen spezielle Fördermöglichkeiten ein.
– erkennen Begabungen und kennen Möglichkeiten der Begabungsförderung.
– stimmen Lernmöglichkeiten und Lernanforderungen aufeinander ab.
– setzen unterschiedliche Beratungsformen situationsgerecht ein und unterscheiden Beratungsfunktion und Beurteilungsfunktion.
– kooperieren mit Kolleginnen und Kollegen bei der Erarbeitung von Beratung/Empfehlung.
– kooperieren mit anderen Institutionen bei der Entwicklung von Beratungsangeboten.
Kompetenz 8: Lehrerinnen und Lehrer erfassen Leistungen von Schülerinnen und Schülern auf der Grundlage transparenter Beurteilungsmaßstäbe Die Absolventinnen und Absolventen... – konzipieren Aufgabenstellungen kriteriengerecht und formulieren sie adressatengerecht.
– wenden Bewertungsmodelle und Bewertungsmaßstäbe fach- und situationsgerecht an.
– verständigen sich auf Beurteilungsgrundsätze mit Kolleginnen und Kollegen.
– begründen Bewertungen und Beurteilungen adressatengerecht und zeigen Perspektiven für das weitere Lernen auf.
– nutzen Leistungsüberprüfungen als konstruktive Rückmeldung über die eigene Unterrichtstätigkeit.
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Schülerinnen und Schüler | Handlungsfeld 4 | |
Handlungs- | Erschließungs- | Inhaltliche |
Schulische Beratungsanlässe erkennen und angemessen gestalten (Schülerinnen und Schüler beraten zu Lernen, Leisten, Erziehen, Schullaufbahn, Prävention, Konflikte) Eltern anlass- und situationsbezogen beraten | Welche Beratungsanlässe ergeben sich im schulischen Alltag? Welche Beratungsangebote macht meine Schule? Wie führe ich ein gutes Beratungsgespräch? Wie kann ich durch Beratung Schülerinnen | – Rechtliche Vorgaben zur Beratung in der Schule und schuleigene Konkretisierungen
– Beratungsspezifische kommunikative Kompetenzen und Grundlagen der Gesprächsführung |
Beratungssituationen kollegial reflektieren Mit externen Beratungseinrichtungen kooperieren (Jugendhilfe, schulpsychologischer Dienst, etc.)
| und Schüler individuell unterstützen und fördern? Wie kann ich meine eigene Beratungskompetenz überprüfen und systematisch weiterentwickeln? Wie können die verschiedenen an der Schule vertretenen pädagogischen Professionen in der Beratung kooperieren? | – Konzepte für anlassbezogene Beratung in der Schule (z.B. zur Prävention von Sucht, Mobbing, sexueller Gewalt etc.)
– Beratung im Rahmen individueller Förderung
– Besonderheiten der Beratung von Erziehungsberechtigten und schulischen Partnern
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Kompetenzen und Standards | ||
Kompetenz 7 (siehe auch Handlungsfeld 3): Lehrerinnen und Lehrer diagnostizieren Lernvoraussetzungen und Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern; sie fördern Schülerinnen und Schüler gezielt und beraten Lernende und deren Eltern. Die Absolventinnen und Absolventen... – setzen unterschiedliche Beratungsformen situationsgerecht ein und unterscheiden Beratungsfunktion und Beurteilungsfunktion.
– kooperieren mit Kolleginnen und Kollegen bei der Erarbeitung von Beratung/Empfehlung.
– kooperieren mit anderen Institutionen bei der Entwicklung von Beratungsangeboten.
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Vielfalt als Herausforderung annehmen | Handlungsfeld 5 | |
Handlungs- | Erschließungs- | Inhaltliche |
Heterogenität in den Lerngruppen in ihren vielfältigen Ausprägungen (genderbezogen, begabungsdifferenziert, interkulturell, sozial, behinderungsspezifisch, etc.) wahrnehmen und diagnostizieren Heterogenität als Potential für Unterricht und Schulleben nutzen Konflikte in ihren heterogenen Ursachen differenziert wahrnehmen und bearbeiten Sprachstand differenziert erfassen und Schülerinnen und Schülern sprachlich individuell fördern Sprachentwicklung der Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung von Unterricht in allen Fächern berücksichtigen Gemeinsames Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung/sonderpädagogischem Förderbedarf gestalten | Welche Kenntnisse aus dem Bereich der interkulturellen Pädagogik kann ich für qualifizierte Erziehungs- und Bildungsarbeit an der Schule nutzen? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede weisen die Schülerinnen und Schüler auf? Wie erkenne ich die interkulturellen, sozialen bzw. sonstigen Komponenten eines Konfliktes? Wie erfasse ich die sprachliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und welche Konsequenzen und Chancen ergeben sich für die Gestaltung der Unterrichtsarbeit in allen Fächern? Welches Grundwissen über behinderungsspezifische Ausgangslagen benötige ich?
| – Rechtliche Vorgaben und schuleigene Konkretisierungen
– Diagnostische Verfahren in der Schulpraxis
– Sonderpädagogische Förderung, gemeinsamer Unterricht und Inklusion
– Individuelle Förderung im System Schule bei
– Lernschwierigkeiten – besonderen Begabungen – Schulmüdigkeit – Behinderung – Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte – Jungen- und Mädchenförderung – Förderung in der deutschen Sprache in allen Fächern
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Kompetenzen und Standards | ||
Kompetenz 4 (siehe auch Handlungsfeld 2): Lehrerinnen und Lehrer kennen die sozialen und kulturellen Lebensbedingungen von Schülerinnen und Schülern und nehmen im Rahmen der Schule Einfluss auf deren individuelle Entwicklung. Die Absolventinnen und Absolventen... – erkennen Benachteiligungen und realisieren pädagogische Hilfen und Präventionsmaßnahmen.
– unterstützen individuell.
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– beachten die kulturelle und soziale Vielfalt in der jeweiligen Lerngruppe.
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Im System Schule mit allen Beteiligten | Handlungsfeld 6 | |
Handlungs- | Erschließungs- | Inhaltliche |
Berufliche Erfahrungen in multiprofessionellen Zusammenhängen gemeinsam reflektieren und Konsequenzen ziehen (Hospitieren, Beraten, Unterstützen) Sich an Planung und Umsetzung schulischer Projekte und Vorhaben kontinuierlich beteiligen und Neues in kollegialer Zusammenarbeit erproben Kollegiale Beratung als Hilfe zur systematischen Unterrichtsentwicklung und Arbeitsentlastung praktizieren Sich an internen und externen Evaluationen beteiligen und die Ergebnisse für die systematische Unterrichts- und Schulentwicklung nutzen In schulischen Gremien aktiv mitwirken Schulinterne Zusammenarbeit und Kooperation mit schulexternen Partnern (u.a. Jugendhilfe, Kultur und Sport) praktizieren | Wie kann ich in Zusammenarbeit mit an Schule Beteiligten zu schulischen Entwicklungsprozessen beitragen? Wie kann ich in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen Unterricht und Beratung kontinuierlich und systematisch weiterentwickeln? Welche Ressourcen des Systems Schule kann ich nutzen, um mit Belastungen angemessen umzugehen und Arbeitszeit und Arbeitsmittel zweckdienlich und ökonomisch einzusetzen? Wie kann ich die Qualität meiner eigenen Arbeit ermitteln und verbessern? Welche Organisationsmittel kann ich zur routinierten Handlungsentlastung ökonomisch einsetzen? | – Rechtliche Grundlagen und Grundsätze der Mitwirkung
– Arbeiten in multiprofessionellen Teams
– Kollegiale (Fall-) Beratung
– Unterrichtsentwicklung und Elemente von Schulentwicklung
– Selbst- und Ressourcenmanagement, effektives Verwaltungshandeln
– Instrumente zur Selbst- und Fremdevaluation (z.B. Feedbackverfahren, Qualitätsanalyse an Schulen)
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Kompetenzen und Standards | ||
Kompetenz 9: Lehrerinnen und Lehrer sind sich der besonderen Anforderungen des Lehrerberufs bewusst. Sie verstehen ihren Beruf als ein öffentliches Amt mit besonderer Verantwortung und Verpflichtung. Die Absolventinnen und Absolventen… – lernen, mit Belastungen umzugehen.
– setzen Arbeitszeit und Arbeitsmittel zweckdienlich und ökonomisch ein.
– praktizieren kollegiale Beratung als Hilfe zur Unterrichtsentwicklung und Arbeitsentlastung.
Kompetenz 10: Lehrerinnen und Lehrer verstehen ihren Beruf als ständige Lernaufgabe. Die Absolventinnen und Absolventen… – reflektieren die eigenen beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen und deren Entwicklung und können hieraus Konsequenzen ziehen.
– nutzen Ergebnisse der Bildungsforschung für die eigene Tätigkeit.
– dokumentieren für sich und andere die eigene Arbeit und ihre Ergebnisse.
– geben Rückmeldungen und nutzen die Rückmeldungen anderer dazu, ihre pädagogische Arbeit zu optimieren.
– nehmen Mitwirkungsmöglichkeiten wahr.
– kennen und nutzen Unterstützungsmöglichkeiten für Lehrkräfte.
– nutzen formelle und informelle, individuelle und kooperative Weiterbildungsangebote.
Kompetenz 11: Lehrerinnen und Lehrer beteiligen sich an der Planung und Umsetzung schulischer Projekte und Vorhaben. Die Absolventinnen und Absolventen… – wenden Ergebnisse der Unterrichts- und Bildungsforschung auf die Schulentwicklung an.
– nutzen Verfahren und Instrumente der internen Evaluation von Unterricht und Schule.
– planen schulische Projekte und Vorhaben kooperativ und setzen sie um.
– unterstützen eine Gruppe darin, gute Arbeitsergebnisse zu erreichen.
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ABl. NRW. 11/11 S. 622